Was läuft bei dir? Von Glaubenssätzen und Überzeugungen, die es abzulegen gilt.

Glaubenssatz

Software sorgt dafür, dass viele Dinge so laufen, wie wir es gewohnt sind. Oft ganz ohne dass wir uns dessen bewusst sind.So sind wir es gewohnt, dass – im liquiden Falle – der Geldautomat ein paar Scheine ausspuckt, wenn wir unsere Geheimzahl eingeben oder dass unser Smartphone uns an den Geburtstag der Oma erinnert. So führt unser „Navi“ uns ans Ziel und lenkt uns zu den Zielen des Lebens, die wir ganz bewusst erreichen wollen.

Was wäre allerdings, wenn uns Bezugspersonen wir Lehrer, Großeltern und natürlich Vater wie Mutter eine Software aufgespielt haben als wir noch nicht in der Lage waren zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden? Eine Software, die unser Leben bestimmt, ohne dass wir wissen, dass sie läuft. Eine Software, die uns glauben lässt, was wahr ist und was nicht.

Wir alle waren einmal so klein, dass wir glauben mussten, was „die Großen“ uns erzählten. Wir hatten schlicht keine Wahl und so konnte vieles von dem, was uns eingetrichtert wurde, zu „unserer Wahrheit“. Dazu kommt, dass viele dieser Überzeugungen in uns vielleicht längst in Vergessenheit geraten sind und dennoch bestimmen, wo es für uns langgeht. Es ist ja bekannt, das dass Unterbewusstsein nicht nur riesig ist, sondern auch eine große Macht auf uns und unser Leben ausübt. Sprich uns ist das „Laufen“ unserer Software gar nicht bewusst und doch bestimmt sie unser Leben, weil wir im Unterbewussten – im scheinbar vergessenen – nach wie vor glauben, was uns da einst erzählt wurde. Doch das Unterbewusste vergisst nie. Ich wiederhole. Nie. Jede unserer Erinnerung in jedem noch so kleinen Detail ist in uns gespeichert und kann auf schier unglaubliche Weise unser Leben bestimmen, ohne dass wir es bemerken. Konkret. Vielleicht habt auch ihr als Kinder Sätze von euren Bezugspersonen zu hören bekommen, die da zum Beispiel lauteten:

 

  • Du musst aufessen
  • Geld verdirbt den Charakter
  • Du bekommst es eh nicht hin

 

Nun stelle man sich vor, Sätze wie diese werden einem kleinen Charakter mit 5 Jahren immer wieder eingebläut. Da hat dann der kleine gar keine Wahl und fängt sehr schnell an, diese Aussagen zu seinen sogenannten Glaubenssätzen werden zu lassen.

Diese Glaubenssätze können uns wie schon erwähnt mehr oder weniger bewusst sein. Aber – und darauf möchte ich hinaus – sie können in unserem Unbewusstsein zum derart starken inneren Kompass werden, dass sie auf der Verhaltensebene sichtbar werden, denn wir etwas glauben – es heißt ja schleißlich Glaubenssatz – dann werden wir mit großer Sicherheit auf der Verhaltensebene uns und anderen beweisen, was wir da tief im inneren zu unserer Überzeugung haben werden lassen. Ganz ohne es zu wollen. Danke an den Klavierlehrer, Tennistrainer, Mami, Papi und Co.

Gehen wir zu unseren Beispielen zurück und schauen wir uns an, was aus Überzeugungen wie „du musst aufessen, Geld verdirbt den Charakter und du bekommst es eh nicht hin“ werden kann.

So wundert sich Heiner, dass jede Diät fehlschlägt, er sein Leben lang x Kilo Übergewicht mit sich herumträgt, denn er muss ja aufessen – sagte der Opa. Scheinbar ohne eine Wahl zu haben. Doch bewusst schreibe ich hier „scheinbar“. Darauf komme ich später zurück. Aus systemischer Sicht würde ich den Satz „es ist wie es ist“ verändern in „es scheint wie es ist“. Wie gesagt. Später mehr dazu.

Schauen wir zu Heidi. Heidi hat studiert, arbeitet in der Personalabteilung einer Bank, verdient ein ordentliches Gehalt und….KOMMT AUF KEINEN GRÜNEN ZWEIG. Immer wieder reizt sie den Dispo ihres Girokontos aus, verschuldet sich und leidet unter der nie endenden Flut aus Mahnungen und Zahlungserinnerungen. Da Geld ja den Charakter verdirbt – wie die Oma ihr im zarten Alter von 6 glaubhaft gemacht hat – wundert es wenig, dass Heidi nie Geld hat. Dazu kommt, dass ihr „gemocht werden“ besonders wichtig ist im Leben. Das ergänzt sich ganz wunderbar mit der Tatsache, dass Geld ja den Charakter verdirbt. So gibt sie das Geld lieber schnell aus und sorgt auch so für ein makelloses Wesen. Sehr zum Leid ihrer selbst. Und wieder. ALLES UNBEWUSST!

Der dritte im Bunde ist Max. Max war ein begnadeter Tennisspieler zu Jugendzeiten. Pokale über Pokale zierten Vitrinen im gesamten Haus der Eltern. Sein größter Ansporn, war der Versuch, seinem Tennistrainer Jan zu beweisen, dass doch ein Fünkchen Talent in ihm steckte. Wie das? Jan war ein Tennislehrer alter tschechoslowakischer Schule, wie das früher oft üblich war und der Überzeugung, dass Menschen aufhören sich anzustrengen und zu verbessern, wenn man sie lobt. Er hielt es sogar für besonders trickreich, seine Schützlinge gar nieder zu machen mit Aussprüchen wie „du bekommst es eh nicht hin“.  Und so wurde auch dieser Satz zur Überzeugung für unseren Max, der heute auf allen möglichen Verhaltensweisen beweist, dass stimmt, was er da für SEINE Überzeugung hält. So scheitern Beziehungen und Max Projekte beruflicher Art gehen selten über eine Planung hinaus. Scheitern scheint sein Ding.

Doch – und damit möchte ich in das Feld „ohne das Problem“ überleiten. Es ist nicht seine Überzeugung. Es ist nicht, wie es ist. Es scheint nur so. Natürlich haben Max, Heid, Heiner und viele andere Glaubenssätze und Überzeugungen entwickelt, die wir gerade kennengelernt haben. Sind diese aber einmal ins Bewusstsein getragen, so hat man die Chance zu erkennen, dass zumindest der Ursprung, also die Überzeugung die eines anderen war. Nämlich die des Opas, der Oma oder des Tennislehrers und das eröffnet eine neue Perspektive. Nämlich die, das wir plötzlich eine Wahl haben und keineswegs dazu verdammt sind, auf Verhaltensebene zu beweisen, dass wir aufessen müssen und dabei immer dicker werden.

Tief verankerte Glaubenssätze aufzuspüren kann ein Leben lang andauern und manche werden wir wohl nie entdecken aber sich auf die Suche zu machen und daran zu arbeiten, diese Überzeugungen als die der anderen zu entlarven und abzulegen kann unheimlich befreiend sein.

Am Ende braucht es auch vielleicht keine weitere Diät mehr oder einen gewieften Finanzberater. Wir sollten uns lediglich umschauen, was wir „glauben“ tun zu müssen ohne dass wir es wissen.

Bevor ich beim nächsten Mal über das WIE – also wie spüren wir Glaubenssätze auf und ersetze sie durch hilfreichere – eingehen möchte, will Dir ich nun mit ein paar ersten Fragen die Gelegenheit geben, eine erste Ahnung von vielleicht in dir lebenden Überzeugungen zu entwickeln.

 

  • Welche Partner begegnen dir in deinem Leben immer wieder? Warum lässt du sie in dein Leben und warum ziehst du sie an?
  • Welchen „Lebensauftrag“ scheinst du zu erfüllen ohne ihn dir ausgesucht zu haben?
  • Was geschieht dir auf scheinbar magische Weise immer wieder, ohne dass du es dir erklären kannst?
  • Wozu fühlst du dich immer wieder verpflichtet oder gar genötigt obwohl du es doch eigentlich gar nicht willst?

 

Antworten auf Fragen wie diese können ein bisschen auf sich warten lassen. Doch sei dir Gewiss. Auch dein Unterbewusstsein hat sie gelesen und wird dir eine Antwort schicken.

Beim nächsten Mal dann mehr also zu einer unglaublich tollen Möglichkeit mit alten Überzeugungen aufzuräumen und völlig neue Lebensenergie zu entwickeln. Kennenlernen werdet ihr den Hoffmann-Quadrinity Prozess. Eine Intensiv Psychotherapie in Seminarform über einen Zeitraum von ca. 9 Tagen.

 

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