Kommunikation und Kreisverkehr

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Kommunikation hat nicht das Ziel, einen Sieger hervor zu bringen

Mit dieser These möchte ich den heutigen Beitrag beginnen, denn bei der Beobachtung einer Diskussion zweier Coaches hatte ich die Wahrnehmung, dass es beiden vor allem um eines ging. Recht haben und damit die Diskussion „gewinnen“. Natürlich leidet der Projekterfolg wenn sich Mitarbeiter jedweder Hierarchiestufen in diesen Kreisverkehr aus Argumenten begeben. Man bekommt so manches mal das Gefühl, es ginge Diskussionspartnern darum, so viele Argumente aufzuführen, dass der andere schlichtweg nur noch aufgeben kann.

Gewonnen? Nein gar nicht, denn es sollte in Gesprächen darum gehen, wie wir weiter kommen, was die nächsten Schritte sind, wie wir Lösungen entdecken usw. Immerhin haben wir den Vorteil uns nicht vor Gericht zu befinden, denn da geht es um Recht, Unrecht, einen Gewinner und einen Verlierer. Das sollten wir dringen ablegen. Ein Argument dafür ist, dass es unheimlich entspannt, wenn man während einer Diskussion keinen „Kampf“ eingeht und nicht das Ziel verfolgt, „zu gewinnen“. So bleibt man viel aufmerksamer, denn plötzlich geht es ums Zuhören und Verstehen des Anderen und das bringt uns schlicht weiter. Vielen geht es in Ihrem Zuhören nur dazu, die Pause zu erkennen, in der sie endlich selbst zu Worte kommen.

Fokussieren wir uns jedoch ganz aufs Zuhören, denn wir befinden uns ja nicht mehr im Kampf um den Sieg, so gibt es etwas zu lernen und die Argumente des anderen als Angebot zum Lernen zu verstehen, nicht als Versuch, niedergerungen zu werden.

Die Metapher Kreisverkehr

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Ich benutze diese Metapher aus dem Grunde, dass wir uns oft in Rechtfertigungen, Gründen, Schuld und Ursachen, kurz, in der Vergangenheit befinden. Nach dem Motto:

A zu B: „Du hast“, B zu A: „ja aber aus folgendem Grund“, A zu B: „das mag sein aber du hast ja nicht“, B zu A: „stimmt weil ich ja nicht wusste“….Und so weiter und so weiter.

Die Kunst, diesen Kreisverkehr zu verlassen, in dem wir uns auch noch lange weiter aufhalten könnten, ist es, die Fragestellung zu ändern. Es geht also nicht um Schuld und Ursachen, denn selten gibt es eine Wahrheit, sondern nur Versionen. Es geht um das „wie wirds besser?“

Wenn wir es also schaffen, über unseren eigenen Schatten zu springen und die Frage schnell auf das „Wie machen wir jetzt weiter?“ zu lenken, so ergibt sich eine echte Chance die Kommunikationskultur zu verändern und vor allem viel viel Zeit zu sparen. Denn nur, weil irgendwann einmal klar zu sein scheint, wer nun Recht hatte und was die Ursachen für dieses oder jenes sein, so steht noch lange die Lösung nicht fest. Legen wir also den Glauben ab, dass es für jedes Problem erstmal eine Ursachenanalyse braucht. Wir sind keine Mediziner oder Software Engineers, die tatsächlichen Ursachen finden müssen. Wir sind Coaches und wollen Lösungen finden, keine Ursachen.

Sollte Sie sich nun doch einmal unheimlich schwer tun und sich als „Verlierer“ einer Diskussion wähnen, wenn Sie nun aufhören zu argumentieren, so denken Sie mal um und wählen eine neue Sicht. Zb:

„Ich lenke das Gespräch nun in Richtung der Lösung. Ich bin der Klügere und der gibt bekanntlich nach.“

 

 

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Ein Kommentar zu “Kommunikation und Kreisverkehr

  1. Pingback: Das gemeine Start Up oder der Teufel trägt Prada | christophbeduerftigdotcom

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